Brot und Brötchen selber backen und die Frage welches Mehl man kaufen soll

Brot und Brötchen selber backen und die Frage welches Mehl man kaufen soll

Ganz nach dem Werbemotte Backen ist Liebe liebe ich es mein Brot selbst herzustellen. Einmal natürlich, weil ich dann weiß, was drin ist, aber auch, weil ich es mag Teig zu bearbeiten und etwas selbst gebackenes auf dem Tisch stehen zu haben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber gerade jetzt, wo viel mehr Menschen zu Hause sind als normalerweise, habe ich von einigen Freunden gehört, dass sie wieder öfter in der Küche stehen und die Zeit zum Kochen oder Backen nutzen. Ich glaube auch, dass es uns ein positives Gefühl geben kann, etwas selbst produziertes zu Essen oder zu verschenken. Versteht mich nicht falsch: es ist nicht so, dass ich nie zum Bäcker gehe, etwas beim Lieferservice bestelle oder Auswärts esse. Ganz im Gegenteil, ist es bei mir zu Hause so, dass wir uns einmal in der Woche Essen liefern lassen oder essen gehen. Das liegt besonders daran, dass ich in meiner Beziehung die einzige bin, die -abgesehen von gekochten und gebratenen Eiern- kocht und dass ich nach einem stressigen Tag auch hin und wieder keine Lust habe, mir jetzt zu überlegen, was ich koche, noch einkaufen zu gehen und mich dann in die Küche zu stellen. Außerdem freut sich mein Freund immer total, wenn ich ihn frage, ob wir uns heute mal etwas bestellen wollen, denn die beste Pizza wird -unser Meinung nach- in einem richtigen Pizzaofen gebacken. Und ich genieße es auch sehr außer Haus zu essen. Das war für mich schon immer ein schönes Event mit Freunden oder dem Partner. Trotzdem finde ich es schön, wenn ich genug Zeit zur Vorbereitung des Essens habe und mir überlegen kann, was ich koche. Das backen von Brötchen und Brot spielt dabei eine große Rolle, daher hab ich euch heute mal ein paar Fragen und Gedanken dazu zusammengetragen.

Backen ist zu Aufwendig

Sicher denken jetzt einige von euch, dass es ja viel zu zeitaufwendig und kompliziert ist selber zu backen. Natürlich braucht man etwas länger, als wenn man einfach zum nächsten Bäcker geht und sich sein Lieblingsbrot kauft, aber die Herstellung von Backwaren kann ein wunderbares neues Gefühl sein und ist viel unaufwendiger als die meisten es vermuten würden. Das fängt bei den Produkten an, die man verwendet. Im Moment kann es durch die Hamsterkäufe schwierig sein, an frische Hefe ran zu kommen und auch Mehl ist momentan Mangelware, aber vielleicht hat ja noch der ein oder andere von euch Trockenhefe und ein bisschen Mehl zu Hause. Wenn nicht, kann ich gerade den Tipp geben vielleicht mal in einen türkischen oder italienischen Supermarkt zu gehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es dort meist noch alles gibt und man (im Gegensatz zu einigen Supermärkten) auch gerne etwas zeitintensiver beraten wird.

 

Backen ist mein Yoga

Im Moment prasseln von allen Seiten negative Nachrichten auf uns ein, dabei geht es uns doch eigentlich noch sehr gut und da niemand weiß, wie sich die Lage in Zukunft entwickelt, hilft es auch nicht sich in Panik versetzten zu lassen. Vielleicht kann backen da auch eine schöne Entspannungsmethode für euch sein. Man kann dabei wunderbar Musik oder einen Podcast hören. Ich finde den Geruch von Gebackenem, egal ob süß oder herzhaft auch wunderbar und wer liebt es nicht ein noch warmes Brötchen in den Händen zu halten oder ein noch dampfendes Brot aufzuschneiden. Vielleicht kann backen also eure Entspannungsmethode werden und eine Gelegenheit um sich mal nur auf sich selber zu Besinnen und das ganze Chaos um einem herum abzuschalten.

 

Welches Mehl soll ich kaufen?

Beim Kauf des Mehles stehen jetzt -wenn die Regale voll sind- schon einige vor dem Problem, welches Mehl sie nehmen sollen. Ich würde sagen, das kommt ganz auf eure Vorlieben an und darauf, was ihr herstellen möchtet. Ich habe euch aber mal ein paar Fakten zu Thema Mehl zusammengeschrieben:

Weizenmehl ist ein Allrounder, der sich für Focaccia, Bagels, Brötchen, Brot, Baguette, Burgerbuns und alles mögliche eignet. Leider ist es nicht ganz so gesund nur Weizenmehlprodukte zu sich zu nehmen. Da sollte man, wenn Möglich auf Abwechslung setzten. Neben den verschiedenen Mehltypen wie Dinkel, Roggen und Weizen stehen aber auch noch andere Bezeichnungen auf der Tüte. Bei den Zahlen handelt es sich um den Mineralstoffgehalt pro 100g. Ein Weizenmehl mit der Bezeichnung 405 hat also einen Mineralstoffgehalt von 405mg pro 100g. Dies liegt nicht nur an der Kornsorte, sondern auch an der Verarbeitung des Mehls, also wie stark die Schalen und die Keimlinge der Getreidekörner aussortiert werden. Wird das gesamte Korn, inklusive Schale, Kern und Keimling verwendet, handelt es sich um ein Vollkornmehl (Weizenmehl Typ 1600, engl. whole-wheat Flour). Für feine Plätzchen verwendet man ein Weizenmehl der Sorte 405 (engl. pastry Flour), damit sie im Mund auf der Zunge schmelzen. Typ 550 (engl. all-purpose Flour) eignet sich für Brötchen, helles Brot und Hefeteig. Bei hellem Mischbroten wird der Typ 815 (Bread flour) verwendet und 1050 (engl. high-gluten Flour) für dunkle Mischbrote oder Graubrote. In Italien und Amerika gibt es andere Mehlbezeichnungen, als bei uns. Die englischen Bezeichnungen habe ich euch daher hinter die deutschen Sorten geschrieben. Das ist insbesondere wenn ihr englische Rezepte verwendet wichtig. Die italienischen Mehltypen entsprechen nicht zu 100 Prozent den deutschen, damit ihr aber auch Rezepte mit den italienischen Mehlsorten 0 und 00 backen könnt ist es leicht sich zu merken, dass die Mehlsorte 00 in etwa unserem Weizenmehl Typ 405 entspricht. Sie wird in Italien für Gebäck und helle Pasta verwendet. Die Sorte 0 entspricht einem Mineralgehalt von 550mg und wird oft für Pizzateig benutzt.

Roggenmehl ist im Vergleich zu Weizenmehl etwas herber im Geschmack, bietet aber einen hohen Mineralgehalt und viele Ballaststoffe. Es ist perfekt für herzhafte Mischbrote mit einer schönen Kruste, die je nach Mineralstoffgehalt immer dunkler wird. Es ist in den Typen 815, 997 und 1150 erhältlich. Gerade das letzte wird oft mit Weizenmehl gemischt verarbeitet.

Dinkelmehl ist dem Weizenmehl sehr ähnlich, was auch an der engen Verwandtschaft zum Weizenkorn liegt. Ihr könnt das Weizenmehl daher meist beim backen durch Dinkelmehl ersetzten. Es schmeckt etwas nussiger und hat einen höheren Mineralstoffgehalt, wie ihr schon an den Bezeichnungen von 630, 820  und 1050 erkennen könnt. Es hat aber einen höheren Glutengehalt und sollte daher von Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit gemieden werden.

Außerdem gibt es eine große Auswahl an Glutenfreiem Mehl, wie zum Beispiel Reismehl, Buchweizenmehl, Kokosmehl, Maismehl, Mandelmehl und Erbsenmehl. Hier ist es etwas schwieriger, da man nicht alle Mehlsorten 1:1 austauschen kann. Ich habe bei meinem Lieblingsschokokuchen zum Beispiel einfach die 50g Weizenmehl durch 50g Maismehl ersetzt, weil es sich im Vergleich zu anderem Kuchen um eine sehr geringe Menge Mehl handelt, die man theoretisch auch ganz weglassen könnte. Bei Kokosmehl lässt sich aber nur etwa 1/4 der im Rezept angegebenen Menge Mehl ersetzten. Hier kenne ich mich aber selber zu schlecht aus und kann euch daher nicht viele Hilfreiche Tipps geben.

 

Rezepte

Kommen wir zu dem wichtigsten Thema, nämlich den Rezepten! Ich habe da natürlich meine Favoriten, die ich euch in den nächsten Tagen hier vorstellen möchte. Dazu zählt zum einen das 5-Minuten Brot, dass ihr in unzähligen Kombinationen backen könnt und dass wirklich nur 5 Minuten Vorbereitungszeit braucht, bis ihr es in den Ofen schieben könnt. Dann habe ich zwei schöne Rezepte fürs Frühstück: erstens die Über-Nacht-Brötchen und dann die Bagels, die ich letzte Woche das erste mal gebacken habe und die jetzt schon zu meinen Favoriten zählen. Natürlich ist bald Ostern, so dass ein Hefekranz oder Osternest nicht fehlen darf. Im Sommer mache ich gerne Focaccia, das als Vorspeise und zum grillen sehr gut schmeckt. Außerdem habe ich ein super-schnelles Rezept für Burgerbuns, dass ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte. Für mich selber steht noch Naanbrot auf der Liste. Das habe ich bisher noch nicht ausprobiert, steht aber auf jeden Fall sehr weit oben auf meiner Liste.

Ich habe also noch einiges zu tun und hoffe euch schnelle alle meine herzhaften Lieblingsbackwaren vorstellen zu können.

 

 

 



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